Baby Blues – Schwangerschaftsdepression

 

25% – 50% aller Mütter zeigen im Laufe der ersten Woche nach der Geburt Anzeichen einer Depression, dem sogenannten Baby Blues auf, welche oberflächlich als Verstimmung wahrgenommen werden kann.(1)

Eigentlich sollte die Mutter Freude empfinden, jedoch treten bei dieser Art von Erkrankung Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Freudlosigkeit, Erschöpfung sowie Schlafstörungen auf. Die Symptome können auch bei einer depressiven Phase ohne Geburt auftreten.

Das Besondere beim Baby Blues ist, dass eine starke Labilität dazu führt, keine warmen Gefühle für das eigene Kind empfinden zu können. Zudem kann es zu einer übermäßigen Angst und Sorge um das Wohlergehen des Babys kommen und auch zu Selbstzweifeln führen, das Kind nicht gut versorgen zu können. Einzelne Symptome sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Fragen Sie im Zweifelsfall immer nach. Entsprechende Anlaufstellen und zum Teil auch Fragebögen erhalten Sie zahlreich im Internet oder in psychotherapeutischen Praxen.

Die genannten Symptome könnte man auch darauf zurückführen, dass in der Anfangszeit das Kind die Wärme und die Nähe der Mutter einfordert. Zudem können das nächtliche Hungergefühl und nasse Windeln ebenfalls Gründe dafür sein, dass ein neugeborenes Baby nicht durchschläft.

Diese Anzeichen sind normal, die meisten Mütter erleben diese Reaktionen in der ersten Zeit nach der Geburt. In den kommenden Tagen klingt diese dann aber wieder ab und das Leben normalisiert sich, nicht jedoch bei einem Baby Blues, welcher länger als zwei bis drei Wochen andauern kann. Hier besteht die Gefahr einer Kronifizierung der Symptome.

In vielen Fällen verstärken sich diese sogar noch mit den Folgen, dass die Mutter immer weniger Verständnis und Fürsorge für Ihr Kind empfindet und völlig überfordert ist. Leider bekommt das häusliche Umfeld oftmals erst sehr spät mit, was gerade passiert. Erschwert wird dies zunehmend durch fehlende Ansprechpartner wie z.B. Hebammen oder andere erfahrene Mütter, denen dieses Verhalten vielleicht viel früher aufgefallen wäre.

Geschieht es wie oben beschrieben, können die Folgen für Mutter und Kind und ggf. die gesamte Familie verheerend  sein. Wird diese Erkrankung nicht erkannt, so kann nicht nur die Beziehung zwischen Mutter und Kind, sondern das Verhältnis innerhalb der gesamten Familie ins Wanken geraten. Im Extremfall kann es zur Selbsttötung der Mutter oder auch zur Tötung des Kindes kommen. Nehmen Sie in dieser Situation dringend Kontakt mit den entsprechenden Stellen wie z.B. niedergelassenen Ärzte, Therapeuten, andere Familien, Freunden usw. auf, um sich zu informieren und um Schlimmeres zu verhindern.
Auch wenn diese extreme Ausprägung der Symptome eher selten vorkommt, so können diese nie ausgeschlossen werden.

Diese Art der postpartalen Depression kommt häufig vor ohne jedoch erkannt zu werden, da die Mütter sich vielleicht nicht trauen, zu wenig Informationen haben oder auch suggeriert bekommen, dass diese Reaktionen normal seien.

Es gibt gute Heilungschancen für diese Art der Depression. Sie können diese mit Medikamenten gut behandeln.
Diese sollte jedoch auch immer einer psychotherapeutischen Therapie folgen.
Nachteilig bei einer medikamentösen Behandlung einer Depression ist jedoch, dass die Wirkstoffe sich auch über die Muttermilch auf das Neugeborene übertragen können. Fragen Sie dazu unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker.

Aus diesem Grund wird zunächst eine psychotherapeutische Beratung empfohlen. Hierbei geht es vor allem um Aufklärung und Sensibilisierung der Mutter und der gesamten Familie.

Weitere therapeutische Interventionen können mittelfristig zu einer deutlichen Minderung bis Heilung beitragen.

Scheuen Sie daher bitte nicht, Kontakt mit uns aufzunehmen, wir beraten Sie gerne.

Quelle 1 http://www.buendnis-depression.de/

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